Kostenvergleich

Meine Rechengrundlagen sind folgende:

Für die Wegwerfwindel: Für die Stoffwindel:
  • Eine Wegwerfwindel kostet im Schnitt 20 Cent.
  • In vielen Fällen kostet Windelmüll durch das größere Müllaufkommen im Haushalt extra. Der kostet ca. 30 Cent/kg (Quelle).
  • Eine volle Windel wiegt ca. 255 g (Quelle).
  • Ein Windelset über die gesamte Wickelzeit kostet im Schnitt 300 Euro.
  • Ein Waschgang kostet 89 Cent und schlüsselt sich wie folgt auf:
    • 40 Cent Strom
    • 20 Cent Wasser
    • 15 Cent Waschmittel
    • 14 Cent Waschmaschinenabnutzung (bei einer 500€-Waschmaschine über 10 Jahre)

Wickelhäufigkeit

  • die ersten 3 Monate: 8 Mal/Tag (insgesamt ca. 700 Mal)
  • die nächsten 3 Monate: 6 Mal/Tag (insgesamt ca. 550 Mal)
  • die nächsten 2 Jahre: 4 Mal/Tag (insgesamt ca. 3.300 Mal)

Das bedeutet, dass das Baby über einen Zeitraum von 2,5 Jahren ca. 4.500 Mal gewickelt wird.

Kosten

Wegwerfwindeln Stoffwindeln
im ersten Jahr: ca. 650 Euro ca. 460 Euro
im zweiten Jahr: ca. 430 Euro ca. 110 Euro
im dritten Jahr: ca. 215 Euro ca. 55 Euro
insgesamt: ca. 1.300 Euro ca. 625 Euro

Dies ergibt eine Ersparnis von ca. 675 Euro. Würden die Stoffwindeln für ein zweites Kind verwendet, ergibt sich für dieses Kind eine Ersparnis von knapp 1.000 Euro.

Folgende Aspekte sind in dieser Rechnung nicht beachtet worden, weil sie diese zu sehr verkomplizieren bzw. nicht unserem Anwendungsszenario entsprechen:

  • Es wurden keine Energiekosten für einen Trockner kalkuliert. (Dies würde die Ersparnis reduzieren.)
  • Es wurde angenommen, dass Windeln immer getrennt von anderer Wäsche gewaschen werden. Das muss gar nicht sein. (Dies würde die Ersparnis erhöhen.)
  • Es wurde kein Windelservice in Anspruch genommen. (Dies würde die Ersparnis reduzieren, wenn nicht gar aufheben.)
  • Es wurden Ausgaben für zusätzliches Windelzubehör (Feuchttücher vs. Waschlappen) außer Acht gelassen. (Wahrscheinlich würde sich da nichts nehmen.)
  • Die Wickelhäufigkeit wurde für beide Windelarten gleichgesetzt. Tatsächlich könnte es allerdings sein, dass Stoffwindeln häufiger gewechselt werden müssen, da sie nicht so viel Flüssigkeit auffangen können. Im Endeffekt kann es aber sehr unterschiedlich sein, da auch Wegwerfwindeln aufgrund häufigen Stuhlgangs oft gewechselt werden müssen. Das häufigere Wechseln von Stoffwindeln würde sich allerdings wahrscheinlich nicht auf die Waschhäufigkeit auswirken, da man eh genügend Windeln zur Hand hat, um mehrere Tage zu überbrücken.
  • Es wurde angenommen, dass beide Windelarten gleich lang benutzt werden. Man sagt (dazu kann ich allerdings leider keine zuverlässige Quelle finden), dass die Windeltragzeit mit Stoff kürzer ist, da das Kind sich der Feuchtigkeit schneller bewusst wird und deshalb insgesamt schon früher den Drang verspürt, auf’s Klo zu gehen. (Dies würde die Ersparnis erhöhen.)

9 Gedanken zu „Kostenvergleich“

  1. Hallo,

    danke fuer die uebersichtliche Auflistung! Ich wuerde sagen, dass man im 2. und 3. nicht zwangslaeufig neue Windeln kaufen muss und dadurch nur die Waschkosten hat.

    Ausserdem kann man die meisten Windeln fuer teilweise 50% des Neupreises wieder verkaufen – auch nach dem 2. Kind.

    Schöne Gruesse
    Nina

  2. Hallo,

    die Kostenaufstellung finde ich sehr gut. Ich habe gerade eine gemacht bezüglich Feuchttücher vs. Waschlappen, weil mich die “Feuchttuchschlachten” immer wieder sprachlos machen und rechnet man nur den Verbrauch beim Wickeln und nicht die Benutzung für andere Dinge (weil man sie eben so schnell parat hat), dann komme ich selbst bei den günstigen Drogerie-Eigenmarken auf Kosten von etwa 300 Euro in 3 Jahren.
    Also, Waschlappen lohnen sich total :)

  3. Hallo,
    Windelvlies und dessen Entsorgung fließt nicht in die Rechnung mit ein. Warum?
    Die Wickelhäufigkeit halte ich auch für sehr sehr reichlich.
    Ich habe mit Stoff und mit Wegwerfwindeln gewickelt. 2 Kinder mit Stoff und drei mit Wegwerfwindeln. Keines der beiden Systeme war wesentlich günstiger als das andere. Dennoch würde ich persönlich der Stoffwindel dennoch den Vorzug geben.
    LG

    1. Hallo Kürbiselfe,

      Windelvlies macht sicherlich Müll und kostet dementsprechend auch, aber ich sehe es nicht als absolut notwendig beim Stoffwickeln. Ich habe es zum Beispiel bei meiner Tochter nur sporadisch verwendet. Von daher gehört es für mich nicht in die zentrale Rechnung. Preislich fallen sie meiner Meinung nach aber auch nicht so sehr ins Gewicht, wenn man bedenkt, dass nur eingenässtes Vlies oft mehrfach verwendet werden kann.

      LG

      1. Ich finde sehr wohl, dass das Windelvlies preislich ins Gewicht fällt. Sicher wasche ich es und nutze es mehrmals, wenn nur Pippi reinging. Aber ein Blatt kostet bereits 5 Cent und es gibt auch noch teurere Vliese! Und oftmals muss es bei einem Versandhandel bestellt werden, weil es in den Kleinstädten nirgends verkauft wird. D.h. es fallen ggf. noch zusätzlich Versandkosten an.

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Ein Elternpaar entdeckt die Welt der Stoffwindeln