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Motorische Entwicklung mit Stoffwindeln

Eine weit verbreitete Annahme zu Stoffwindeln ist, dass die Bewegung des Kindes durch die Stoffmenge eingeschränkt ist. Es ist schon richtig: Bei einem Säugling, welches im Begriff ist, sich zu drehen, führt die leichte Erhöhung des Hinterns und die Spreizung der Beine eventuell zu Verzögerungen von wenigen Wochen. Dies kann man beobachten, wenn das Kind sich ohne Windel vielleicht schon drehen kann, mit aber noch nicht. Ich finde, das kann man mitnichten Entwicklungsverzögerung nennen, ist das Kind doch windellos dazu motorisch in der Lage. Die Verzögerung ist meines Erachtens damit begründet, dass das Kind einen höheren muskulären Aufwand betreiben muss, um die Drehung zu vollziehen. Das erfordert sicherlich mehr „Training“ und dauert entsprechend länger. Aber ein Nebeneffekt ist auch eine stärkere Muskulatur. Das Gleiche gilt für das beginnende Krabbeln und Laufen – so meine Annahme. Dass sich diese bei meinem Kind bestätigt hat, zeige ich euch mal anhand dieser Bilder:

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Im ersten Bild ist meine Tochter ungefähr 10 Monate alt. Mit 14 Monaten konnte sie laufen, aber auf die Fensterbank ist sie auch vorher schon (über eine Sessellehne) alleine gekommen. Im zweiten Bild ist sie 2,5 Jahre alt. Die Kletterwand hat sie binnen kürzester Zeit ohne fremde Hilfe erklommen. Ich hatte nie das Gefühl, dass Stoffwindeln für ihre motorischen Fähigkeiten irgendwie hinderlich sind. Vielmehr denke ich, dass die Windel dafür völlig unerheblich ist. Da halte ich es eher mit Remo Largo (Babyjahre), der da sagt, dass jedes Kind seine eigene innere Uhr hat, was das angeht.